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Von Äpfeln, Birnen der Wasserpreisvergleiche

Der DVGW entwickelt Vergleichbarkeitskriterien für Wasserversorgungsunternehmen 

Wie vergleicht man die Leistungen von Wasserversorgern? Über den Preis für ihre Leistung, die Versorgung mit Trinkwasser - also den Wasserpreis. So scheint es zunächst und so geschieht es auch in zahllosen Wasserpreisvergleichen, die von Zeit zu Zeit in den Fokus der medialen und öffentlichen Aufmerksamkeit gelangen. So geschieht es aber auch bei Kartellbehörden, die darüber wachen, dass die Wasserversorger ihre naturbedingte Monopolstellung nicht zuungunsten der Verbraucher missbrauchen. Schließlich kann der, anders als bei Strom, Gas oder Telekommunikation, den Anbieter nicht wechseln. Um Preisunterschiede zu verstehen, muss man allerdings genauer hinschauen.

Vom Preis- zum Leistungsvergleich

Trinkwasserversorgung ist ein elementarer Bestandteil öffentlicher Daseinsvorsorge und Trinkwasser kein handelbares Gut wie jedes Andere. Die sichere Bereitstellung eines qualitativ hochwertigen und hygienisch einwandfreien Trinkwassers bei gleichzeitig sorgsamem Umgang mit den natürlichen Wasserressourcen stellt hohe Anforderungen an die Trinkwasserversorgung. Im Regelwerk des DVGW werden diese Anforderungen auch unter Beachtung der wirtschaftlichen Aspekte definiert. Nun liegt es in der Natur der Sache, dass der Aufwand zur Erfüllung dieser Anforderungen sehr unterschiedlich sein kann und ganz erheblich von den Verhältnissen vor Ort abhängt: Steht ein einwandfreies Rohwasser in ausreichender Menge und leicht zugänglich zur Verfügung oder muss es aufwändig erschlossen und aufbereitet werden? Existieren ortsnahe Ressourcen oder muss das Wasser aus größerer Entfernung herbeigeschafft werden? Liegen die Wasserrohre im lockeren Sandboden oder mussten sie aufwändig in felsigem Gelände verlegt werden? Gilt es einen dünn besiedelten ländlichen Raum oder eine hoch verdichtete Großstadt zu versorgen? Befinden sich diese Städte und Dörfer auf dem "platten" Land oder sind zu ihrer Versorgung Berge zu überwinden?

Der Aufwand, der getrieben werden muss, um Trinkwasser bis zum Verbraucher zu bringen, kann also sehr unterschiedlich sein. Das bringt unterschiedliche Kosten mit sich und erklärt u.a. auch damit die vorhandenen Preisunterschiede.

Vom Äpfel-Birnen-Vergleich zur Auswahl von Vergleichbarkeitskriterien

Der DVGW sieht es als erforderlich an, den Vergleich von Wasserversorgern zu systematisieren und auf eine technisch-wissenschaftlich fundierte Grundlage zu stellen. Insbesondere sind die von dem Versorger nicht beeinflussbaren örtlichen Rahmenbedingungen des Wassereinzugs- und des Versorgungsgebietes zu berücksichtigen. Zurzeit wird ein Verfahren entwickelt, das diese strukturellen Rahmenbedingungen der Wasserversorgung identifiziert und im Hinblick auf den damit verbundenen Aufwand in den verschiedenen Teilaufgaben der Wasserversorgung - Ressourcenmanagement, Wassergewinnung, Aufbereitung, Speicherung und Verteilung - bewertet. Am Ende steht zum Einen eine indexbasierte Bewertung des für die Leistungserbringung im Kontext der jeweiligen örtlichen Rahmenbedingungen erforderlichen Aufwands. Zum Anderen liefert dieses Verfahren die Grundlage für einen transparenten, systematischen und alle relevanten technisch-wissenschaftlichen Aspekte berücksichtigenden Vergleich. Damit versetzt der DVGW Versorgungsunternehmen in die Lage den Einfluss struktureller Rahmenbedingungen bei der Analyse und Optimierung ihrer technischen Betriebsabläufe zu berücksichtigen. Wenn man schon vergleichen möchte, dann ist gerade die Betrachtung der vom Wasserversorger nicht beeinflussbaren, naturräumlichen strukturellen Rahmenbedingungen unerlässlich.